Freitag, 19. August 2016

Relative Wahrheit

"Die Geschichte der Menschheit zeigt, daß es kaum eine mörderischere, despotischere Idee gibt als den Wahn einer »wirklichen« Wirklichkeit (womit natürlich die eigene Sicht gemeint ist), mit all den schrecklichen Folgen, die sich aus dieser wahnhaften Grundannahme dann streng logisch ableiten lassen.
Die Fähigkeit, mit relativen Wahrheiten zu leben, mit Fragen, auf die es keine Antworten gibt, mit dem Wissen, nichts zu wissen, und mit den paradoxen Ungewißheiten der Existenz, dürfte dagegen das Wesen menschlicher Reife und der daraus folgenden Toleranz für andere sein. Wo diese Fähigkeit fehlt, werden wir, ohne es zu wissen, das Leben von Schafen leben, dumpf und verantwortungslos und nur gelegentlich durch den beizenden Rauch eines prächtigen Autodafés oder der Schlote von Lagerkrematorien unseres Atems beraubt."
P.  Watzlawick 

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Siehe auch:
Fromme und Leugner sind Brüder, denn beide behaupten zu wissen.Nur wer den Zweifel erträgt, ist von besonderer Art.
Aus: http://kumpfus.blogspot.co.at/2008/01/hheres.html

Freitag, 12. August 2016

Multikulti

Zuviel
In mäßigen Dosen ist es eine Bereicherung für unser Land - also etwa wie Nieseln und nicht wie Starkregen.

Samstag, 6. August 2016

Hetzer und Ketzer

Jetzt müssen die Politiker in der Flüchtlingspolitik mehr und mehr Maßnahmen setzen, die noch vor Jahresfrist streng verpönt waren, weil sie von "Hetzern" gefordert wurden. Da darf es einen nicht wundern, wenn viele Leute nächstes mal gleich die Hetzer und Ketzer wählen in der Hoffnung, dass diese die erforderlichen Vorkehrungen zeitgerecht treffen.
Das mag dann zutreffen oder auch nicht, auf jeden Fall gibt es demokratische Kollateralschäden - oder sagen wir unangenehme Begleiterscheinungen. Das hätte vermieden werden können, wenn die Politiker nicht vor den Medien wie das Kaninchen vor der Schlange stehen würden. Mit anderen Worten: Erste, Zweite und Dritte Gewalt kuschen vor der Vierten, der Medienwelt: Für diese hingegen gehört Humanität nur zum Business-Plan.

Außer der Zeit

"Ich aber, der ich keinen gnädigen Herrn kenne, habe in letzterem das einzige faktische Hervortreten der Freiheit des Willens, die ihm als dem Ding an sich zusteht, erkannt, und Malebranche hat gesagt: "la liberté est un mystere". In diesem Mysterio der theologischen Gnade oder philosophischen Freiheit liegt die Lösung des Weltknotens. Hier ist der Weg und der Steg, die Türe, die aus der Welt führt: ich aber kann sie nur zeigen, nicht Ihnen öffnen, noch auch sagen, was dahinter ist oder vorgeht und wie etwan, was in der Zeit sich als Veränderung darstellt, außer der Zeit und an sich beschaffen sei.“
A. Schopenhauer

Freitag, 5. August 2016

Freiheitlichkeit

"Der moderne freiheitliche Staat lebt von Voraussetzungen , die er nicht garantieren kann, ohne seine Freiheitlichkeit in Frage zu stellen"

ERNST-WOLFGANG BÖCKENFÖRDES (1978) 

Donnerstag, 4. August 2016

Misera

 „Wenn ich nichts habe, was mich ängstigt, so beängstigt mich eben Dieses, indem es mir ist, als müßte doch etwas da sein, das mir nur eben verborgen bliebe. Misera conditio nostra !“ 

A. Schopenhauer