Donnerstag, 23. Februar 2017

Relatitivät


»Du stinkst«, sprach das Schwein zur Rose.

TOBIAS INDERBITZIN

Presse

Unseren Redakteuren muss kein Staat den Maulkorb umbinden, sie tragen ihn von selbst  so unreflektiert wie ihre Großväter die Schnurrbartbinde. 
ROLF HOCHHUTH


Man tönt gegen die Inquisition, dabei sind die Journalisten an die Stelle der Dominikaner getreten.
GUSTAVE FLAUBERT

Reportern sage ich nie die Wahrheit.
WILLIAM FAULKNER 

Donnerstag, 16. Februar 2017

Schweigespirale

So lautstark, selbstsicher und allgegenwärtig sind die Wortverbreiter, daß sie den Lauen imponieren, die Gegner einschüchtern und niemanden an eine Gegenoffensive denken lassen. Damit setzen sie das in Gang, was Noelle-Neumann die Schweigespirale nennt: Der einzelne neige dazu, keine Meinungen zu äußern, von denen er annimmt, daß sie ihn von der Mehrheit isolieren könnten. Durch sein Schweigen werde die tat­sächliche Mehrheit gestärkt - oder die vermeintliche Mehrheit in eine tatsächliche verwandelt: »ein Spiralprozeß, der eine Meinung immer fester als die herrschende etabliert«.
Die Schweige-Hypothese lasse Voraussagen zu: »Bei zwei verschiedenen Meinungsfraktionen hat diejenige die Zukunft für sich, die eine stärkere Bereitwilligkeit zur Meinungsäußerung zeigt. Eine Minderheit, die von ihrer zukünftigen Vorherrschaft überzeugt und daher bereit ist, sich zu exponieren, besitzt eine große Wahrscheinlichkeit, zur herrschenden 1. Meinung zu werden ... Ihr gegenüber zeigt eine Mehrheit, die zwei­felt, ob sich ihr Standpunkt in Zukunft behaupten wird, eine ab­nehmende Tendenz, sich zu äußern.«
Das ist eine perfekte Beschreibung des Prozesses, dem viele west­liche Industrienationen gegen Ende der sechziger Jahre von den Neo­marxisten unterworfen wurden: Sie brachen mit ihrem aggressiven Vokabular in eine Umwelt ein, die gewohnt war, mit den Wörtern läßlich umzugehen, also der geballten Energie und schneidenden Selbstgewißheit der neuen Wortführer nichts entgegenzusetzen hatte. Wörter deuten die Welt; wer seine Deutung durchzusetzen weiß, ist Herr über die Seelen. Führt er gar ein geschlossenes Wertsystem mit einer Phalanx militanter und »alles« erklärender Begriffe ins Feld wie heute der Marxismus und früher die Katholische Kirche, so wird selbst dem aufgeklärten Bürger die Selbstbehauptung schwer. 
Wolf Schneider

Siehe dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Schweigespirale

Dienstag, 14. Februar 2017

Sinnfrage

Ich nehme an, meine Katze
wird nicht von der Frage nach dem Sinn des Lebens geplagt.

Dazu passend: http://kumpfus.blogspot.co.at/2008/01/grbel.html

Montag, 13. Februar 2017

Politische Moralisten

"Die politischen Moralisten sind eine Gefahr für die Demokratie. Sie maskieren sich als Gutsein zur Welt und wirken um so zerstörerischer. Öffentliche Güter (Existenzsicherheit, Freizügigkeit,Großzügigkeit) werden so lange zum Schleuderpreis vergeben,bis sie eingeschränkt werden müssen oder verlorengehen. Staatliche Entscheidungen im linken Aversionsbereich (wie Nation,Volk, Souveränität, Industriegewinne, Rolle der Armee) werden torpediert, durch den Einbau von Gesinnungstests auf allen Entscheidungsebenen, um den Vorgang darin versanden zu lassen oder die Entscheidungsthematik derart zu sentimentalisieren,daß sie abgesetzt wird. Das ist ausdrücklich nicht als ein Plädoyer für eine morallose Politik zu verstehen, sondern als Warnung vor Moral anstelle von Politik

Josef Schmid, Bevölkerungswissenschaftler 

Macht

"Da man Macht haben muß , um das Gute durchzusetzen, setzt man zunächst das Schlechte durch, um Macht zu gewinnen." 
LUDWIG MARCUSE

Sonntag, 12. Februar 2017

Boboismus

Bei einem Interview im STANDARD - dem Leib- und Leitblatt der Bobos - anläßlich der Premiere seines Films "Wilde Maus" spricht Josef Hader von der beruflichen Gefährdung der Printjournalisten und bezeichnet sie als "Grubenarbeiter der Medien". Dazu setzte ich im STANDARD-Forum folgenden Post ab:


Wie man sieht, gab es doppelt so viele Dislikes als Likes. Ich frage mich jetzt nur: Wurde von denen, die da ihr Mißfallen äußerten, die Ironie nicht verstanden oder wurde sie nur zu gut verstanden?!
Ich neige zur ersteren Ansicht, denn das STANDARD-Forum ist aus Erfahrung eine weitgehend humorfreie Zone. Planetenretten ist ja auch eine ernste Sache.

In einem anderen Interview spricht Hader vom "BoBoismus", der auch schon in den 2. Bezirk vordringe. Ich merke es an den Metastasen der "hippen" Lokalkultur mit den unbequemen Sitzgelegenheiten.

Die in genanntem Film gezeigte Verhaltensweise eines Intellektuellen aus der Mittelschicht deckt sich mit meinen Erfahrungen aus dem akademischen und beruflichem Umfeld: Jene Kollegen, die sich durch besonders edle und hehre Gesinnung, vornehmlich altruistischer, aber theoretischer Natur auszeichneten, verwandelten sich in Berserker, wenn ihre persönlichen Kreise gestört wurden.

Samstag, 11. Februar 2017

Experimente mit Menschen

"Die Utopie der multikulturellen Immigrationsgesellschaftwird  von der Wertschätzung und Sympathie und dem Wunsch zu helfen motiviert. Aus den bisherigen Ausführungen dürfte aber wohl deutlich geworden sein, daß derAufbau einer multikulturellen Immigrationsgesellschaft in einem relativ homogenen Nationalstaat problematisch und eigentlich nicht zu verantworten ist. Man darf nicht »Experimente mit Menschen« anstellen, die den inneren Frieden und damit den Fortbestand der freiheitlichen Demokratie gefährden. Es ist ferner höchst widersprüchlich, wenn man auf längere Sicht die eigene ethnische Identität aufs Spiel setzt und zugleich für kulturelle Vielfalt eintritt, denn auch durch die Pflege der eigenen Kultur trägt man ja zur Erhaltung der Vielfalt bei."
"In der Diskussion um das Für und Wider der Öffnung eines Landes
für Immigranten muß aufgrund der bisherigen Erfahrungen wohl
zur Kenntnis genommen werden, daß jede Immigration von einer
sozialen Desintegration und damit einer Störung des sozialen Friedens begleitet ist, was sich unter anderem auch in einer erhöhten Kriminalitätsrate bemerkbar macht. Bestimmte Gruppen von Einwanderern erweisen sich dabei als besonders anfällig für bestimmte Delikte. Wir müssen ferner daran denken, daß sich in wirtschaftlichen Krisenzeiten die Situation dramatisch verschärfen kann. Wir tun allzuoft so, als gäbe es nicht das Wechselbad von wirtschaftlichen Konjunkturen und Rezessionen, Zeiten des ökonomischen Aufschwungs wie des Niedergangs."

I. Eibl-Eibesfeldt